Konflikte klären und Vergebung: kein Verlust, sondern Friedensgewinn

Konflikte gehören zum Leben – ob im privaten Umfeld, im Team oder auf Führungsebene. Doch während manche Auseinandersetzungen schnell aus der Welt geschafft sind, gibt es Konflikte, die festfahren, gären und Kraft rauben.

Vielleicht kennen Sie das: Immer wieder kreisen Ihre Gedanken um das Verhalten Ihres Gegenübers. Die Ungerechtigkeit. Die Verletzung. Die Schuld. Und tief in Ihnen die Frage: «Warum sollte ich nachgeben, wenn der andere doch im Unrecht ist?»

Hier kommt (m)eine unbequeme Wahrheit:

«Manches wird erst gut, wenn wir es gut sein lassen.»

Sie stecken in einem Konflikt fest? Vom Loslassen und der Chance zur Versöhnung – für Privatpersonen und Führungskräfte

Die Geschichte der zwei buddhistischen Mönche

Lassen Sie uns das Thema mit folgendem Gleichnis einleiten:

Zwei buddhistische Mönche, ein bewanderter Älterer und ein jüngerer Begleiter, reisten gemeinsam durch die Berge. An einem reissenden Fluss trafen sie auf eine junge Frau, die verzweifelt versuchte, den Strom zu überqueren. Der Ältere hob sie kurzerhand auf und trug sie sicher ans andere Ufer. Dort setzte er sie vorsichtig ab. Sie bedankte sich und ging ihres Weges.

Der jüngere Mönch, der den Vorfall besorgt beobachtet hatte, schwieg zunächst. Doch als sie ihren Weg fortsetzten, konnte er seine Gedanken nicht länger zügeln. «Wie konntest du das nur tun? Du weisst, wir Mönche dürfen keine Frauen berühren!», brach es aus ihm heraus.

Der Ältere blickte ihn ruhig an und antwortete: «Ich habe die junge Frau am Flussufer abgesetzt. Warum trägst du sie noch mit dir herum?»

→ Diese Geschichte lehrt uns, wie wir oft an der Vergangenheit festhalten – an Verletzungen, Urteilen oder Enttäuschungen – und uns dadurch selbst belasten.

«Wahre Vergebung beginnt im Loslassen: nicht nur von anderen, sondern auch von uns selbst.»

Was es bedeutet, dennoch an der Schuld festzuhalten

Wenn wir uns in einem Konflikt befinden, empfinden wir oft Genugtuung darin, das Fehlverhalten des anderen festzuhalten.

«Die anderen sind im Unrecht.» «Er hat sich unmöglich benommen.» Diese Gedanken geben kurzfristig ein Gefühl von Kontrolle oder moralischer Überlegenheit; sie können für einen kurzen Moment auch befreiend wirken. Doch in Wirklichkeit sind sie wie ein Anker, der uns festhält (oder gar gefangen hält?).

Während wir innerlich immer wieder dieselben Szenen durchleben, die gleichen Argumente wieder und wieder durchgehen und das Verhalten des anderen bewerten, lebt dieser vielleicht längst unbeschwert weiter. Während Sie sich mit der Schuldfrage und Rachegedanken beschäftigen, geniesst der andere womöglich gerade einen sonnigen Nachmittag mit Freunden irgendwo im Süden. Der Konflikt nagt nur an Ihnen – nicht an ihm… 

Deshalb:

«Die beste Rache ist keine Rache!»

Vergeben heisst nicht zustimmen – sondern loslassen

Vergebung ist ein viel missverstandenes Konzept. Es bedeutet nicht, das Verhalten des anderen gutzuheissen, die eigene Grenze aufzugeben oder gar zu verlieren. Es bedeutet, die Last des Hasses und der Verbitterung loszulassen, um sich selbst zu entlasten. Für sich selbst zu entscheiden: «Ich lasse diesen Konflikt los, weil mein innerer Frieden mir wichtiger ist als das letzte Wort.» Durch diese Vergebung entsteht auch der Grundboden für Versöhnung.

«Die innere Reife liegt oft darin, loszulassen statt zu kämpfen.»

Schon im Vaterunser finden wir diese Haltung tief verankert: «Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.» (Matthäus 6,12)
Nicht, weil der andere es unbedingt verdient – sondern weil wir selbst frei und in Frieden leben sollen und wollen.

→ Gerade als Führungskraft, Teamleiter/in oder Unternehmer/in ist es entscheidend, mit solchen Situationen professionell umzugehen. Konflikte im Team, unausgesprochene Spannungen oder alte Verletzungen können die Arbeitsatmosphäre belasten und die Produktivität hemmen. Statt auf Eskalation zu warten, kann ein klärendes Gespräch – professionell begleitet – den entscheidenden Unterschied machen.

Konfliktcoaching und Mediation: Professionelle Wege zur Klärung

Egal ob Sie persönlich in einem Konflikt stecken oder als Führungskraft Verantwortung für das Miteinander im Team tragen: Sie müssen da nicht allein durch.

→ Konfliktcoaching hilft Ihnen, Ihre Rolle im Konflikt zu reflektieren, innere Klarheit zu gewinnen und Handlungsspielräume zu entdecken. Es stärkt Ihre Konfliktkompetenz und ermöglicht Ihnen, aus der emotionalen Schleife auszusteigen.

→ Mediation bietet einen strukturierten Raum, in dem verhärtete Fronten gelöst und gegenseitiges Verstehen wieder möglich wird. Nicht mit dem Ziel, «wer Recht hat», sondern mit dem Ziel, wie ein respektvolles, zukunftsfähiges Miteinander wieder möglich wird.

Fazit: Sie entscheiden sich für Ihren (inneren) Frieden

Ob als Privatperson oder als Führungskraft: Der erste Schritt aus dem Konflikt beginnt bei Ihnen selbst. Nicht beim Gegenüber. Nicht bei der «Einsicht des/der anderen». Sondern bei Ihrer Entscheidung, dass Sie Ihren inneren Frieden zurückhaben wollen.

«Ihr Gegenüber mag die Vergebung nicht verdient haben – Sie verdienen jedoch Ihren Frieden

→ Sie wünschen Unterstützung bei diesem Prozess? Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, wie dieser Frieden für Sie oder Ihr Team (wieder) möglich wird. Kontaktieren Sie mich für ein unverbindliches Erstgespräch. Ich freue mich auf Sie!

Eine gekonnte Kommunikation mit sich selbst und anderen ist für Frieden zentral − das A und O!

 Lassen Sie sich mittels CoachingMediation, einem Walk & Talk oder mittels Training bei Ihrer Krisenbewältigung und Konfliktlösung unterstützen!

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