Kommunikation und Emotion: Warum Gefühle der Schlüssel zur Konfliktlösung sind

Kommunikation ist mehr als nur das, was gesagt wird. Wer schon einmal ein scheinbar harmloses «Ist alles in Ordnung?» als Frage gestellt hat und daraufhin ein «Ja» erhielt – mit frostigem Tonfall und verschränkten Armen – weiss: Es geht nicht nur um Worte. Es geht um Gefühle. Und um Beziehung.
Der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick brachte es auf den Punkt: «Man kann nicht nicht kommunizieren.» Selbst wenn wir schweigen, senden wir Botschaften – und diese wirken oft stärker auf der emotionalen Ebene als auf der sachlichen.
«Emotion ist kein Störfaktor in der Kommunikation – sie ist ihre Grundlage.»
Paul Watzlawick und die emotionale Dimension der Kommunikation
In seiner Kommunikationstheorie formulierte Watzlawick fünf Grundaxiome. Eines davon ist besonders relevant für zwischenmenschliche Dynamiken: «Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei letzterer den ersten bestimmt.»
Das bedeutet: Was wir sagen, wird immer durch das Wie beeinflusst – und dieses Wie ist zutiefst emotional geprägt. Tonfall, Körpersprache, Mimik, aber auch unausgesprochene Spannungen, Sympathien oder die eigenen Erfahrungen beeinflussen, wie eine Botschaft verstanden wird.
Kurz gesagt: Ohne Berücksichtigung der emotionalen Beziehungsebene ist nachhaltige Kommunikation kaum möglich – weder in Partnerschaften noch in Teams oder Organisationen.
«Beziehung ist die Sprache hinter der Sprache – wer sie nicht spricht, wird missverstanden.»
Kommunikationstraining beginnt mit Gefühlswahrnehmung
Viele Missverständnisse und Konflikte entstehen nicht, weil wir uns sachlich nicht einig wären – sondern weil wir uns emotional nicht abgeholt fühlen.
Im professionellen Kontext ist das besonders relevant:
- In der Führung bedeutet gelungene Kommunikation auch, emotional anschlussfähig zu sein.
- In Teams kann die unausgesprochene emotionale Dynamik ganze Projekte blockieren.
- In Kundenbeziehungen entscheidet oft das Gefühl, ernst genommen zu werden, über Loyalität.
Ein effektives Kommunikationstraining fördert daher nicht nur rhetorische Fähigkeiten, sondern auch:
- Selbstwahrnehmung und Empathie,
- ein Verständnis für Körpersprache und Beziehungssignale,
- das Bewusstsein für die Wirkung der verwendeten Worte,
- sowie die Fähigkeit, emotionale Spannungen zu erkennen und anzusprechen.
Gefühle als Grundlage für Verbindung und Vertrauen
Emotionen sind keine «weichen Faktoren», die man ignorieren kann. Im Gegenteil: Sie sind der Stoff, aus dem Vertrauen und Beziehung gemacht sind. In einer konstruktiven Kommunikation auf Augenhöhe geht es dabei darum,
- sich selbst und anderen emotional offen zu begegnen,
- nicht nur zu senden, sondern auch zu empfangen,
- hinter die Worte zu hören – zu dem, was wirklich gemeint ist.
Daher reicht es oft nicht, Lösungen zu erarbeiten – man muss zuerst den Raum schaffen, in dem Emotionen anerkannt und ausgesprochen werden dürfen. Das ist nicht immer einfach. Notwendig ist es meines Erachtens allemal.
Watzlawick hätte es wohl so formuliert:
«Verbindung entsteht auf der Gefühlsebene – oder gar nicht.»
Kommunikation verstehen heisst, emotionale Realität anzuerkennen
Ein kurzer Blick auf die Erkenntnistheorie (Epistemologie) hilft beim tieferen Verständnis: Wahrnehmung ist subjektiv. Kommunikation ist kein neutraler Datentransfer, sondern immer eine Interpretation – gefärbt durch persönliche Erfahrungen, Emotionen, Erwartungen.
Deshalb ist es so wichtig, sich in Gesprächen zu fragen:
- Was könnte mein Gegenüber wirklich fühlen?
- Welche inneren Bilder oder Erfahrungen beeinflussen meine Reaktion?
- Was wirkt unausgesprochen zwischen uns?
Erst wenn wir diese subjektiven Realitäten ernst nehmen, wird echte Kommunikation möglich.
«Konflikte entstehen nicht aus Worten, sondern aus dem, was zwischen ihnen gefehlt hat.»
Coaching und Mediation – wenn der Dialog nicht mehr gelingt
Im beruflichen wie privaten Kontext gibt es immer wieder Situationen, in denen die Kommunikation festgefahren scheint. Gespräche drehen sich im Kreis, Verletzungen sitzen tief, oder Konflikte schwelen im Hintergrund.
In solchen Momenten kann ein Blick von aussen helfen. Als Coach und Mediatorin unterstütze ich Private und Teams dabei,
- emotionale Dynamiken sichtbar und besprechbar zu machen,
- Kommunikationsmuster zu reflektieren und zu verändern,
- Konflikte nicht nur zu klären, sondern zu verstehen – und dadurch wirklich zu lösen.
«Manchmal ist ein unausgesprochenes Gefühl lauter als jedes Argument.»
Fazit: Kommunikation ohne Gefühl bleibt an der Oberfläche – Coaching hilft, tiefer zu gehen
Kommunikation ist ein Zusammenspiel von Inhalt und Gefühl. Wer nur auf Worte hört, hört oft nur die halbe Wahrheit. Wer hingegen die emotionale Ebene mitdenkt, öffnet neue Wege: zu mehr Verständnis, Klarheit und Verbindung.
Die Gedanken von Paul Watzlawick sind aktueller denn je. Sie zeigen uns:
«Gute Kommunikation beginnt dort, wo wir bereit sind, auch das Unausgesprochene ernst zu nehmen.»
In der Mediation sowie im Coaching arbeite ich mit Methoden, die es ermöglichen,
- die eigentlichen Gefühle hinter Positionen zu entdecken,
- Interessen und Bedürfnisse sichtbar zu machen,
- und auf dieser Basis tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Wenn Sie sich mit Ihrer Kommunikation, einem Konflikt oder Ihrer Rolle als Führungskraft tiefer auseinandersetzen möchten – ganz gleich ob im privaten oder beruflichen Kontext –, begleite ich Sie gerne mit Fachlichkeit, Feingefühl und einem sicheren Rahmen.
→ Ein erster Schritt kann ein Gespräch sein. Und aus diesem Gespräch kann Klarheit entstehen. Kontaktieren Sie mich für ein unverbindliches Erstgespräch. Ich freue mich darauf, Sie persönlich kennenzulernen.
Eine gekonnte Kommunikation mit sich selbst und anderen ist für Frieden zentral − das A und O!
→ Lassen Sie sich mittels Coaching, Mediation, einem Walk & Talk oder mittels Training bei Ihrer Krisenbewältigung und Konfliktlösung unterstützen!
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